Diese Webseite verwendet Cookies zur Auswertung der Aufrufe. Sie haben auf dieser Webseite die Möglichkeit personenbezogene Daten zu übermitteln. Ihr Besuch auf dieser Webseite kann von externen Unternehmen ausgewertet werden. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Ausschreibung

24. Treff: JUNGES THEATER in Thüringen

17. - 20.10.2019 in Erfurt

  • Schirmherrschaft: Thüringer Minister für Bildung, Jugend und Sport Helmut Holter
  • eine Veranstaltung der LKJ Thüringen e. V. in Kooperation mit der LAG Spiel und Theater in Thüringen e. V. und der SCHOTTE – das Theater
  • gefördert durch das Thüringer Ministerium Bildung, Jugend und Sport sowie die LAG Spiel und Theater in Thüringen e. V.

Teilnehmergruppen:

„Das große Finale „ – stellwerk Weimar

Das große Finale – Le Grand Final – in der Kunst feiern wir es, im Leben meiden wir es. Der Tod ist unbeliebt und wird totgeschwiegen. Das wollen wir ändern.

Wie sähe das Leben ohne den Tod aus? Warum heißt es „In stiller Trauer“ und nicht „ In lauter Trauer“? Wie viel Tod steckt im Leben und wie viel Leben im Tod? Ist nicht jede Theaterproduktion auch ein kleines Leben, das bei der Premiere stirbt? Und warum sollte man mit Kindern über den Tod reden? Weil er uns alle was angeht!

Spielend, forschend und theatral haben wir für diese und weitere Fragen mögliche Antworten gefunden. Oder auch nicht. Wir haben uns in unserem Umfeld umgesehen und auf eigene Erfahrung geblickt. Wir haben uns zum Weinen gebracht, unseren persönlichen Soundtrack zum Trauern gesucht, sowie das schönste Grab gefunden. Wir haben den Tod geprobt, das Gefühl für Zeit verloren und über den Sternenhimmel nachgedacht.

Peace out und Rest in Power.

Foto: TAKEAPICK

„Projekt Woyzeck“ – Junges DNT / Deutsches Nationaltheater Weimar

Georg Büchners unvollendetes Drama „Woyzeck“ erzählt nach historischer Vorlage die tragische Lebensgeschichte von Johann Christian Woyzeck: Soldat, Friseur, Vater eines unehelichen Kindes und medizinisches Versuchskaninchen. Seine prekäre und gesellschaftlich verurteilte Ausgangslage sorgt dafür, dass er sich immer wieder für seine Lebenssituation rechtfertigen muss. Bis Woyzeck irgendwann zum Mörder wird.

Das „Projekt Woyzeck“ ist eine Ideensammlung, eine Auseinandersetzung mit Fragen und Motiven aus Büchners gleichnamigem Dramenfragment. Welche Möglichkeiten haben wir, immer das zu tun, was wir möchten? Wo erfahren wir Ungerechtigkeit? Wo ist die Grenze zwischen Eigenverschuldung und Ungerechtigkeit? Und was haben wir mit Woyzeck gemeinsam?

Ein junges vierköpfiges Ensemble aus Studierenden, Auszubildenden und Berufstätigen stellt Bilder, Momente und Gedanken aus dem vorliegenden Werk durch das Spiel mit Objekt und Geräusch dar und ergänzt die Handlung um eigene Assoziationen und biografische Bezüge. So greifen sie in die unvollendete Struktur des Textes unmittelbar ein und versuchen auf diese Weise, sich dem Charakter Woyzeck zu nähern.

Foto: Johannes Schmidt

„schwule mädchen weinen nicht“ – art der stadt Gotha

Bitte positionieren Sie sich! Ihnen steht ein vielfältiges Angebot von Positionen zur Verfügung, aber Achtung! Entscheidungen sind endgültig und können nicht mehr revidiert werden. also bitte, positionieren Sie sich:

Drittes Geschlecht. Antisemitismus. geschlechtergerechte Sprache. Konsumkritik. Genderwahnsinn. Selfietod. #metoo. Meinungskrise. Blümchenthemen.

Dieses Stück ist ein Versuch, einigen großen Fragen auf den Grund zu gehen und zu der einen, endgültigen, fundamentalen Wahrheit zu gelangen. oder nicht? Was darf man eigentlich noch sagen? Dürfen immer alle mitreden? Wer macht sich ein Bild von uns? Fordert unser Drang nach Eineutigkeit Kollateralschäden?

Was sich von selbst versteht: alles ist zu kompliziert, kann nicht pauschalisiert werden, lässt sich absolut nicht runterbrechen. und eigentlich, eigentlich ist es auch ein bisschen peinlich. eigentlich kann man ja auch gar nicht wirklich drüber reden. Dieses Stück möchte es dennoch liebevoll wagen.

Was feststeht: schwule Mädchen weinen nicht. lesbische Jungs möchten immer in den Arm genommen werden. bisexuelle Nichtbinäre fahren den ganzen Tag Bagger und verdienen 69 Prozent zu wenig. Transmenschen, äh, sind einfach so.

Dieses Stück ist für Mann und Frau, Frann und Mau, für alle dazwischen, alle außerhalb, für alle Entschiedenen, alle Entscheidenden, für Neugierige, Skeptische, für Meinende, für Aufgeklärte und Abgeklärte, für Beobachter*innen und Diskussionswillige, für dich und mich.

Foto: Dr. Bernd Seydel

„TARTUFFE“ – Schotte Erfurt

Heuchelei ist ein Erfotgsmodell - das weiß keiner besser als Herr Tartuffe.

Mit allerhand Täuschungen hat er sich in das Haus des Familienvaters Orgon eingenistet und sich die Hand dessen Tochter erschlichen. Während ihm der einfältige Hausherr förmlich aus der Hand frisst, bemüht sich der Rest der Familie seine Betrügereien aufzudecken.

Doch so schnell lässt sich der skrupellose Dauergast nicht abschütteln!

Eine rasante Komödie Molières, in der tatsächlich alles so ist, wie es auch scheint.

Foto: Lutz Edelhoff

„TIERE ESSEN“ – stellwerk Weimar

In Deutschland leben 83 Millionen Menschen, sie verbrauchen durchschnittlich insgesamt 5 Milliarden Kilo Fleisch im Jahr.

„TIERE ESSEN“ widmet sich den Themen Massentierhaltung und Fleischkonsum. Woher kommt das Fleisch, das auf unseren Tellern liegt? Was verzehren wir, wenn wir Thüringer Bratwurst und Rostbrätl essen?

Das Wort Massentierhaltung ist sofort in unseren Köpfen und irgendwie sind wir auch sicher, dass wir das gar nicht wollen. Wir möchten Tiere nicht quälen und wir wissen bereits von unseren Katzen, Hunden und Pferden, dass jedes Tier seinen einzigartigen Charakter hat.

Eine Inszenierung, die den Bauernhof entromantisiert und sich in den Alltag der Landwirtschaft begibt. Sie geht gemeinsam mit den Zuschauenden in einen Diskurs über die kulturelle Identität in Bezug auf die Bedeutung der Tierhaltung und des Fleischessens heute.

Foto: Monika Deimling

„WOYZECK“ – frei nach Georg Büchner – Kinder- und Jugendtheater TOHUWABOHU Meiningen

Georg Büchners Woyzeck-Fragment ist ein Aufschrei der "Kreatur, wie sie Gott gemacht..." gegen die Ohnmacht des unterdrückten, missbrauchten und vereinsamten Individuums in einer entmenschlichten Welt. In einem perfiden Netz aus Ausbeutung und Erniedrigung, Macht und Manipulation, Liebe und Eifersucht gefangen, verliert der Antiheld Woyzeck die Fähigkeit zu selbstbewusstem Handeln. Er wird zur Maschine, zur funktionierenden Marionette einer hierarchisch strukturierten Gesellschaft. Woyzeck gerät in einen amokartig anmutenden Sog, worin er seiner Würde, seines Verstandes und seiner Liebe beraubt und schließlich vom Opfer zum Täter wird.

TOHUWABOHU offeriert eine Jugendtheater-Produktion unter dem Motto: Büchner inszeniert Büchner. Dafür hat die Regisseurin eine stark verdichtete Textbearbeitung vorgelegt, die es den jungen Mimen ermöglicht, stilisiert, assoziativ sowie bild- und bewegungsintensiv arbeiten zu können.

Foto: Janine Hoffmann